Johannes Stanislaus Schaffroth, (1765/1766 Baden-Baden 1851) "Ein Kloster der Benediktiner". Aquarell über Spuren von Bleistift auf Papier; unten rechts signiert und bezeichnet in Feder: „J. S. Schaffroth d. 1st Januar 1833 Baden“; Maße: 28,7 x 37,3 cm. Johannes Stanislaus Schaffroth war Schüler von Philipp Jakob Becker in Karlsruhe und von Pitz in Zweibrücken. Auch in Stuttgart und Dresden hielt er sich vorübergehend zu Studienzwecken auf. In den Jahren zwischen 1795 und 1846 übte er eine Tätigkeit als Zeichenlehrer an der Gewerbeschule in Baden-Baden aus. Dennoch entstanden in diesen Jahrzehnten dank Schaffroths erstaunlicher Kreativität zahlreiche Bilder in kirchlichem und fürstlichem Auftrag. 1805 war er zeitweilig als Hofmaler und Assistent des Galeriedirektors in Stuttgart. Altarbilder für die Kirchen in Achern, Malsch und Oppenheim, um nur die wichtigsten zu nennen, entstanden. 1804 malte Schaffroth das Portrait des Großherzogs Karl Friedrich von Baden. Unser Aquarell aus dem Jahre 1833 zeigt den gotisch gewölbten Gang eines Klosters. Mönche in der Kleidung der Benediktiner werden von Schaffroth betend oder meditierend gezeigt. Seitlich, am rechten Bildrand erinnert eine Schrifttafel an das erste Kloster des heiligen Benedikt in Subiaco. Benedikt von Nursia lebte am Ausgang der christlichen Antike, zu Beginn des 6. Jahrhunderts. Angewidert von dem Prunk geistlicher und weltlicher Würdenträger im Rom seiner Zeit zog er sich in die Sabiner Berge zurück, um dort in völliger Einsamkeit als Asket zu leben. Doch schon bald sammelten sich erste Schüler um ihn, die von seiner Weisheit und Gottesfürchtigkeit angezogen wurden. Für sie baute er mehrere kleine Klöster in Subiaco, nahe der Höhle, welche ihm als erste Unterkunft gedient hatte. Aber schnell wurde ihm auch Subiaco zu weltlich, und er zog weiter nach Süden, um auf dem Monte Cassino erneut ein Kloster zu gründen. An diesen Gründungsmythos will Schaffroth anscheinend mit seinem Aquarell erinnern. Möglicherweise ist das Aquarell mit seiner schönen Lichtführung auch Teil einer größeren Arbeit, welche er für eines der badischen Klöster ausführte.